Nina à la plage

Aufgeräumt

Zum Abschluss jeder unserer Reisen erwerben wir im grösseren Stil Rotwein; dies mit dem Zweck, ihn in der Heimat geniessen zu können. Der Transport fällt meist sehr profan in gebrauchten Kartonschachteln aus. Selten sind es die passenden: Meist werden die zerbrechlichen Transportgüter noch zusätzlich mit sonstigen Einkäufen gestützt und verkeilt, damit es beim Fahren dann nicht so klingelt.

Nun denn – unsere Mission führte uns zum Grosshändler E. Leclerc in Saint-Nazaire. Die Auswahl ist riesig, und wenn wir beide dann vor dem Verkaufsregal stehen und sinnieren, welchen Wein wir den eigentlich noch gar nicht kennen und welchen wir denn schon probiert und als wiederholenswert eingestuft haben, dann überkommt uns schlicht und einfach die Einkaufswut. Unser Wägeli ist dann proppenvoll und schwer zu manövrieren – wir aber sind glücklich und unser Geld los!

So passiert also gestern, und somit nahm das Unheil seinen Lauf. Unser Einkauf lag vorerst in Einkaufstüten, da die Kartonschachteln nicht mehr im Gestell lagerten. Unsere Idee: Wir fahren bei diversen kleinen Läden vorbei und klauen da alte Schachteln, damit wir unser Einkaufsgut sicher transportieren können. Die Suchtour begann: Saint-Nazaire, zwischen l’Immaculée und l’Océanis wird abgesucht; kein Erfolg. Es folgt Saint Marc sur Mer; auch hier kein Erfolg. Was ist bloss mit den Franzosen passiert? Sind diese plötzlich ordentlich geworden? Früher fand man an jeder Strassenecke Abfallcontainer,und was nicht rein passte, lagerte drum herum. Heute stehen adrett in kleinen Häuschen oder schön parallel ausgerichtet am Strassenrand schwarze Container mit blauem oder gelben Deckel. Nirgendwo hängt ein Zipfelchen Dreck raus und kein Fitzelchen Papier, geschweige denn Karton ist sichtbar.

Nun, was eigentlich recht schön ist, stört unseren Heimreiseablauf gewaltig! Unsere Flaschen lagern nun immer noch in den Einkaufstüten und warten darauf, dass ich sie verpackt zwischen Kleidern irgendwie auf dem Rücksitz hinter die Koffer verstaue. Es bleibt mir nichts übrig als einzusehen, dass die Franzosen – also auf jeden Fall die hier am Atlantik – aufräumwilliger geworden sind und wir nun eine neue Verpackungsart erfinden müssen!

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